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16.09.2008: Favorit unter Druck So hatte sich Colin Grzanna (im Foto mit Ball) den Ausflug nach Heidelberg am vergangenen Wochenende ganz sicher nicht vorgestellt. Der Spielertrainer des Berliner Rugby Clubs (BRC) verlor mit seinem Team eine regelrechte Regenschlacht beim SC Neuenheim mit 8:13 und brach sich im Kampfgetümmel der Bundesligapartie zu allem Überfluß auch noch die Mittelhand.
Das bedeutet für den 28-Jährigen mindestens sechs Wochen Pause. Somit kann Grzanna am Mittwoch (17.9.) auch nicht beim mit Spannung erwarteten Lokalderby im Amateurstadion (Beginn: 19 Uhr) gegen den Rugby Klub 03 mitwirken. Zumindest bleibt dem deutschen Nationalspieler aber noch seine Aufgabe als Coach, die er gemeinsam mit Gerrit van Look beim BRC ausführt. "Es ist natürlich eine schwierige Situation mit zwei Spielertrainern zu arbeiten", gibt Grzanna zu, "aber bis jetzt sind wir beide sehr zufrieden." Allerdings: als er das sagte, war weder seine Hand gebrochen noch die zweite Niederlage im zweiten Saisonspiel amtlich. Von einem gelungenen Start kann bei der langjährigen Nummer eins im Berliner Rugby demnach keine Rede sein. Dennoch herrscht vor dem Duell mit dem Aufsteiger aus Weißensee Zuversicht: "Wir wollen unsere Vormachtsstellung in Berlin unter Beweis stellen, gut spielen und gewinnen", sagt Grzanna, warnt aber gleichzeitig davor, den Gegner zu unterschätzen: "Im Pokal letztes Jahr ist uns zwar ein eindrucksvoller 86:5-Sieg gelungen, aber der RK 03 ist gestärkt durch eine solide Aufstiegssaison. Wir respektieren die Mannschaft, weil sie eine junge, sehr dynamische Gruppe darstellt." Dennoch: alles andere als ein Erfolg wäre eine Überraschung. Das sieht auch der Coach des bislang in der Liga ebenfalls noch sieglosen Lokalrivalen, Christian Lill, nicht anders: "Vermutlich hat der BRC diesmal noch die Nase vorn", schob er unlängst im Heimvorteil die Favoritenrolle dem Kontrahenten zu. Andererseits kündigte Lill auch an, keine Geschenke machen zu wollen. Klar ist aber: während der RK 03 wohl nur um den Klassenerhalt kämpft, hat man beim etablierten Bundesligisten höhere Ambitionen, auch wenn Colin Grzanna sich diesbezüglich nicht festlegen will und ganz unspektakulär erklärt: "Wir möchten am Ende der Saison den bestmöglichen Platz ergattern." Vielleicht ist er aber auch nur vorsichtig: in den vergangenen Jahren wollte der Berliner Rugby Club nach Möglichkeit um Titel mitspielen, war davon letztlich aber stets ein gutes Stück entfernt.
Quelle: Tagesspiegel Elenio Mattera |
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