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Noch einmal Bergamo

U10

U 10 – gut betreut unterwegs

09.04.2016 | Autor: Admin

Nachdem der Ablauf der Tour ja schon ausführlich beschrieben wurde, hier noch ein  paar verspätete Gedanken aus Sicht der U 10 und ihrer Betreuer.

Da es für die meisten der jungen Spieler die erste große Auslandsfahrt in Sachen Rugby war, gab es doch einige fürsorgliche, motivierte und rugby-interessierte Väter, die ihre Sprösslinge dabei begleiten wollten. Da mit Alex auch noch der Hauptorganisator, ortskundige Kontaktmann und Dolmetscher der U10  zuzurechnen war, hatten wir für das Team einen Betreuungsschlüssel von dem wohl jede Berliner Schule auf Klassenfahrt nur träumen kann. Und hier gleich eine wesentliche Erkenntnis: Wir wurden (fast) gar nicht gebraucht. Es war toll zu sehen, wie sich die Teams untereinander halfen und insbesondere die Spieler der U14 sich fast rührend um den Nachwuchs gekümmert haben – Ihr wart super Jungs! Der abendliche Rundgang zur guten Nacht, das morgendliche Wecken mit fröhlicher Schlagermusik, die Unterstützung auf und neben dem Turnierplatz sowie der gemeinsame Spaß beim Sightseeing und den Ausflügen waren wirklich beeindruckend. Ein toller Teamgeist über Jahrgänge und Mannschaften hinweg, der da zu Tage trat. Hoffen wir auf noch viele Gelegenheit, das zu erleben. Den Jüngsten macht gerade das einen Riesenspaß und es gibt ihnen ein gutes Gefühl von Kameradschaft und gegenseitiger Verantwortung im BRC und im Rugby generell.

Sportlich gab es für die Kids auch viele neue Erfahrungen. Ja, man kann auch auf einem Sandplatz ein schönes Training machen (im Falle der U12 ja sogar ein Turnier spielen) und sogar tacklen kann man dort. Mit Hilfe von Kolja konnten an den Trainingstagen sogar die italienischen Traineranweisungen übersetzt und verstanden werden und wo unsere „Italiener“ gerade nicht waren, wurde das eben auf englisch geregelt und von den Betreuern übersetzt. Und die Namen der Übungspartner von Rugby Bergamo konnte man sich ja auch so merken.

Das Turnier am Sonntag zeigte dann, dass wir uns auch von der Leistung her nicht zu verstecken brauchten. Gute Tacklings, ordentliche Pässe, Ballsicherung und –eroberung in den Rucks wurden gut gespielt und als dann geklärt war ob und wann das Kicken erlaubt war, hat auch das sehr gut geklappt. Von vier Spielen konnten so drei nach großem Kampf und geschlossener Teamleistung gewonnen werden. Nur eine Partie der Vorrunde  wurde abgegeben. Hierbei waren dann beim Gegner (sorry, der Name ist mir nicht präsent) schon eine sehr stabile Grundordnung und ein ausgeprägtes  Positionsspiel erkennbar. Die sich bei unseren Jungs bei nicht immer perfekt organisierter Verteidigungslinie ergebenden Lücken wurden dann eiskalt zum Durchbruch genutzt. Die Ergebnisse der Gruppengegner untereinander und das nun entscheidende Versuchsverhältnis führten leider dazu, dass wir bei totaler Punktgleichheit in der Gruppe nur Dritter wurden und somit für die Platzierungsspiele nur im Pool um die Plätze 7-9 landeten. Hier konnten wir dann aber beide Partien und damit die Gruppe gewinnen. Aber das war eher sekundär, ich denke unser Auftritt war insgesamt aller Ehren wert. Und nachdem wir nun wissen, dass in Italien nach dem Spiel beide Mannschaften gemeinsam ein Hipp, Hipp, Hurrah auf den Gegner und den Rugbysport ausbringen, haben sich alle unsere Gegner auch sicher gemerkt, wie man eine ordentliche Klatschgasse macht. So lernt jeder vom anderen ;-)

Beeindruckend aber war das bei dieser Gelegenheit  erkennbare Potenzial im Jugendrugby in Italien, bzw. schon in der Region zwischen Mailand und Verona aus der die beteiligten Mannschaften wohl kamen. Beim Turnier in Bergamo waren alle Klassen von U6 bis U12 besetzt und allein  9 Mannschaften in der U10 am Start, während zeitgleich ca. eine Autostunde entfernt in Leno nahe Breschia ebenfalls ein Jugendturnier mit 20 Mannschaften derselben Altersklassen stattfand. Auch die Anzahl von Speilern und Trainern in allen  Altersklassen beim abendlichen Training von Rugby Bergamo am Dienstag war schon beeindruckend. Wow!

Nach den Spielen erfreuten sich unsere Jungs dann fast den ganzen restlichen Sonntag an den zahlreichen Eidechsen auf dem Gelände, nicht ohne vorher die tolle Organisation der Gastgeber und das von jeder Menge Helfer, Eltern etc. in Zelten und an zahlreichen Ständen bereitgestellte Angebot an Essen und Getränken genossen zu haben.  Während die Kids also in Mannschaftsstärke Flora und Fauna der weiträumigen Sportanlage erforschten, verbrachten Trainer und Betreuer einen sonnigen Nachmittag u.a. mit dem Betrachten eines Aufstiegspiels zur italienischen Serie B zwischen den 1. Herren von Rugby Bergamo und einem Team aus Mailand. Einen Schluck Mate vom Gaucho inklusive.

Neben dem Genuss des von Alex perfekt organisierten touristischen Programms mit Schwimmen und  Zoobesuch am Montag und Dienstag gab es dann am vorletzten Abend für die Jungs noch eine weitere Premiere. Die bis dahin auf der Reise gesammelten Verfehlungen kamen vor dem „Hohen Gericht“ zur Verhandlung. Da hieß es dann tapfer sein und hoffen, dass man nicht zu den Ausgewählten gehört. Auch das für die meisten eine ganz neue Erfahrung, die im ersten Moment doch zu etwas Verunsicherung bei dem ein  oder anderen führte. Jetzt wissen wohl alle was es damit auf sich hat und beim nächsten Mal gehören die Mitgereisten schon zu den alten Hasen.

Voller Eindrücke von den ereignisreichen Tagen und nach nicht immer ganz so langen Nächten ging es dann am Mittwoch wieder auf die lange Busfahrt gen Heimat, die sich vor diesem Hintergrund doch vergleichsweise ruhig und etwas müde gestaltete. Aber vielleicht wollten die Jungs ja auch nur die Nerven des Busfahrers schonen, was aber eine eigene Geschichte wäre …

Nachdem nun Alle wieder erholt im Alltag angekommen sind und bis auf ein paar noch fehlende Textilien wohl auch keine größeren Opfer zu beklagen waren, stellt sich eigentlich nur eine Frage: Wann machen wir die nächste Rugbyreise?

Bericht von Gerald

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