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Smörebröd

U12, U10

Von Wikingern, alten Schweden und einem Turniersieg

04.09.2011 | Autor: Mark Temme

"War das wieder eine schöne Fahrt", erzählt Emil mit glänzenden Augen, kurz nachdem die Fähre aus Trelleborg, Schweden, in Rostock wieder angelegt hat, wir in unsere Autos steigen um zurück nach Berlin zu fahren. Auch Leo murmelt noch etwas hinter mir von dem tollen Wikinger-Spiel und fällt danach mit Emil in den Tiefschlaf.

Doch der Reihe nach: Wie in jedem Jahr findet Ende August das internationale Trelleborg-Rugby-Festival statt. Auch der BRC war in diesem Jahr mit seiner U 11 dabei. Beim Treffpunkt am Freitag Nachmittag sind natürlich alle Kinder aufgeregt. Es geht schließlich auf eine richtige Rugby-Reise von Berlin nach Rostock, von dort auf die Fähre über Nacht ins Land der Wikinger. Die Hektik legte sich schließlich gegen Mitternacht und die Wellen wogen uns in den Schlaf. Leider war die Nacht recht kurz und gegen 5 Uhr dröhnte der Lautsprecher etwas von "Bufet", "Bröd" und "Mjölk". Gegen 6 Uhr schlurften wir durch das öde Trelleborg die drei Kilometer zum Rugby-Platz, da die Diskussion zwischen Peter, Mathias und dem einzigen Busfahrer weit und breit nicht erfolgreich war. So sparten wir das Training und am Platz gab es schon das erwartete Frühstück. Besonders unsere Stürmer Nico, Maksim und Diego waren begeistert.

Die Spiele gegen Hunstedt (Dänemark), St. Pauli (Hamburg) und Varensborg (Schweden) wurden vom BRC klar dominiert: Immer über zehn Versuche je Spiel und insgesamt nur vier Gegenversuche zeigen dies. Insbesondere unsere frischgebackenen Deutschen Meister Matheo, Felix, Anton und Philip ließen nichts anbrennen. Nach den Spielen wurde bei herrlichstem Wetter relaxt. Einige nutzten den Strand und badeten in der Ostsee, andere zogen den Steinboden unserer Unterkunft vor. Am Abend lernten wir dann noch "Wikinger-Rugby" kennen: Mit Helm und Kittel zogen wir in die Schlacht. Gespielt wurde mit einer Honigmelone. Halbzeit war, als die Melone zerbrach – komische Regeln, aber lustig für alle.

Sonntag stand nach ausgiebiger Nachtruhe das schwerste Spiel gegen Kopenhagen Speed an. Anfänglich war der BRC zu "entspannt" und Speed kam zum ersten Versuch. Bis zur fünften Minute bei Stand von 3:3 war das Spiel recht ausgeglichen. Dann aber stand die Verteidigung mit sehenswerten Tacklings von Philip, Anton und Felix. Jetzt ging es auch im Angriff. Maksim nahm direkt drei Gegner "auf das Horn" und mit ins Malfeld. Es folgten einige sehr schöne Versuche von Anton, Philip und Felix zum Endstand von 55:15. Beim abschließenden Spiel gegen Malmö (Schweden) kamen noch mal alle zum Einsatz. Auch Fynn, Joris und Niclas und selbst unser Fohlen Paul trugen zum verdient hohen Sieg bei.

Turniersieg – der Jubel war groß und die Medaillen hoch verdient. Fünf hohe Siege bei nur sechs Gegenversuchen.

Unsere Gastgeber fuhren uns zurück zum Hafen und wir konnten unsere Schiffsreise zurück nach Rostock antreten. Während die Betreuer wahlweise die Ruhe vor dem Fernseher oder auf dem Deckliegestuhl vorzogen, spielten unsere kleinen Racker Versteck, schauten ein paar Kinofilme und waren nur knapp davon abzubringen, auf dem Autodeck ein Kickspiel anzuzetteln.

Nach sechs Stunden Fähre und weiteren zwei Stunden Autofahrt sind wir gegen Sonntag Mitternacht wieder in Berlin. Ein Rucksack bewegt sich vom Auto weg (unter ihm ist irgendwo Emil) und läuft auf ein Haus mit der Nr. 3 zu. Er sagt den oben zitierten Satz auch zu seiner Mutter- und hat danach weiter geschlafen. Leo steht noch ungläubig neben dem Auto, bis er merkt, dass er noch nicht zu Hause ist. Seiner Mutter erzählt er ein paar Minuten später (hellwach), wie nett alle vom BRC (Leo kommt aus Kreuzberg und ist Jahrgang 2002) waren, dass er bei den Großen mitspielen konnte, dass sie alle Spiele gewonnen haben und dass Peter gesagt hat, "wer Rugby spielen kann, kann auch am nächsten Morgen in die Schule gehen".

Festzuhalten bleibt deshalb: Wir hatten ein tolles Wochenende, alle hatten ihren Spaß und unsere Kinder sind wieder ein Stück gewachsen.

Willi Walzik

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