Home

News

Brandenburger Landausflug

U16, U14, U12, U10, U8

Das Rugby-Camp 2012 in Päwesin

13.05.2012 | Autor: Admin

"Wann sind wir endlich da"? Es gibt wohl keinen Betreuer, Lehrer oder Trainer, der nicht schon von diesen Worten nachts geträumt hat. Der Regionalbus fährt nun schon seit 30 Minuten und einige überlegen, ob sie weiter Chips essen oder sich lieber eine der grauen Tüten organisieren sollen. Interessante Dörfer wie Radewege (das ist kein Schreibfehler, diesen Ort gibt es) und Ketztür ziehen vorbei. Endlich, am Horizont wird vom Laufteam Diego und Niko unsere morgendliche Laufstrecke wieder erkannt. Kiez (was hier für Kinder- und Erholungszentrum steht) Bollmannsruh ist nah; unser Ostercamp kann beginnen.

Die Kinder kennen sich aus. Wie im letzten Jahr haben sich die Spezialisten die schönsten Bungalows unter den Nagel gerissen und sind mit ihren Teamkameraden dort schnell verschwunden. Koffer werden auf Fußböden oder in Betten entleert, wo die Inhalte nach Bedarf die Woche über herausgesucht werden. Für die meisten reicht ja eh der einzige und wahre schwarz-weiß-rote Trainingsanzug mit BRC Schriftzug, der höchstens dann ausgezogen wird, es zum Baden geht.

"Susamme´komme"; kaum haben es sich die meisten gemütlich gemacht, schon ertönt die Trillerpfeife unsers obersten Trainers Matias zum Sammeln – Abendbrot. Hmm, ist das lecker. Der lauwarme Geruch von Hagebutten- und Minztee in den unverwechselbaren Bleckkannen erinnert einen doch wehmütig an die gute alte Jugendherbergszeit. Dazu Salami- und Käsebrote, auch ok. Alle werden satt und wie hätte Fritz Freyerherm gesagt: "Wir sind ja nicht zum Essen hierher gekommen".

Danach freuen sich die Kleinen auf den Mister-Bean-Abend und die Großen auf die Aufzeichnung eines Six-Nation-Spiels. Nach 35 Minuten und einer Folge Mister-Bean ist der Abend für die Kleinen schon zu Ende. Keine Diskussion, 21 Uhr, ab ins Bett und morgen, 7 Uhr, am Lauftreffpunkt. Die Gesichter werden nachdenklich und länger. Was hat Paul da eben gesagt? Wer im letzten Jahr zu spät kam, je Minute 10 Liegestütz. Die Diskussion wird in der Gruppe weiter geführt, aber Betreuer Raffi meldet um 21:45 Uhr: Absolute Ruhe in allen Bungalows. Die Großen folgen in kurzem Zeitabstand. Die 2. Halbzeit des Six-Nation-Spiels wollte auch keiner mehr sehen, auch Peter nicht.

"Was ist denn da draussen los?", will Tim von der U 12 wissen. Na, es ist 6:55 Uhr und die Kinder gehen zum Lauftreff. Die Frage, wieso ihn keiner geweckt hat, geht im allgemeinen Tumult, der im Zimmer entsteht, unter. Alles sucht seine Laufklamotten. 7:02 Uhr. Nur zwei Kinder machen noch schnell ihre Liegestütze und los geht es. 600m zum geradeaus zum einlaufen, danach 80 m den Berg hoch. Alles keucht. Einige unserer Nachwuchsspieler erinnern eher an die Mitglieder des Wanderclubs "Stramme Waden über 70" nach 10 KM Dolomitensteig. Oben angekommen weist Peter schon den Weg nach rechts, damit keiner die Abkürzung nimmt. Frühstück, wir kommen.

"Wie, ist das Training heute schon zu Ende?". Zwischenzeitlich haben wir schon den 4. Tag unseres Camps hinter uns gebracht. Unser Kleinsten sind ein wenig fertig und verbringen den Nachmittag mit dem Einüben Ihrer Aufführungen für den gemeinsamen Abschlussabend mit der traditionellen argentinischen Gerichtssitzung.

Die Tage davor haben wir viele schöne gemeinsame Erlebnisse gehabt und viel gelacht. Das Wichtigste in Kürze:

  • Erwähnenswert ist in jedem Fall der Fanfarenclub, der gleichzeitig mit uns die Zeit auf dem Gelände verbracht hat. Marschieren und Trompetenmusik muss man schon besonders mögen, daher war dieses Erlebnis für viele reine Nervensache. Auch die Dame mit der Leittrompete haben insbesondere Peter und mich, immerhin ehemalige 2. Reihe-Spieler mit jeweils über 1,95 m Körpergröße, sehr beeindruckt, hätten wir doch beide im Schatten der Dame verweilen können.
  • Das "Feuerlager" (freie argentinische Übersetzung für Lagerfeuer) hat allen natürlich gut gefallen. Stellt sich die Frage, wie Martin Blume das hingekriegt hat, trotz Regen ein drei Meter hohes Holzkonstrukt in lodernde Flammen zu versetzen. Immerhin, die letzen haben den Überlieferungen nach bis 3 Uhr morgens ausgeharrt. Stunden später, gegen 9 Uhr, waren dann schon wieder einige Kinder damit beschäftigt, die glimmenden Reste wieder in ein Feuer zu verwandeln, frei nach dem Motto, welches nasse Holz oder Stroh qualmt am Besten.
  • Schwimmen im See, ja auch das gab es. Dienstag Nachmittag hatten wir glatt 13 Grad und Sonne bei einer Wassertemperatur von kanpp 7 Grad. Badehose an und rein ins Wasser. Für mich war nach 30 cm Wassertiefe Schluss. Habe mich dann auf das Beobachten konzentriert. Fröhlich wie unsere Kinder sind, aber nach einigem Zögern, warfen sich dann doch viele ins Nass.
  • Es gab auch Verletzte: Philipp war wohl noch nicht ganz wach an dem Morgen seines Geburtstages, als er auf dem Weg zum Joggen mit dem Fuß so unglücklich umknickte, dass dieser brach. Mathis musste leider seine Haarpracht nach einem missglückten Manöver eines Schneideapparates auf 2 mm kürzen. Yoel schließlich bremste bei einen Sturz in seinem Zimmer zuerst mit dem Kinn.
  • Die Vögel im Wald wurden von Nacht zu Nacht ruhiger. Ob das nun an dem tiefen Schlaf gelegen hat, in den wir verfielen nach den vielen Trainingseinheiten (und deshalb die Vögel nicht gehört haben), oder ob das Schnarchen einzelner älteren Herrn sie vertrieben hat, ist noch nicht genau geklärt.
  • Ebenso ungeklärt ist die Frage, wie Peter das genau gemacht hat mit den Häkelnadeln, um die unschlagbar modische Mütze für Hilde zu häkeln.
  • Fast vergessen hätte ich jetzt den Abschlussabend. Wie gewohnt hatten wir einen sehr scharfen Richter, der extra aus Argentinien eingeflogen wurde. Filmen wie auch die Berichterstattung über derartige Prozesse ist – wie in Argentinien – streng verboten. Verraten darf man aber, dass alle Ihren Spaß hatten und sich einig waren:Nächstes Jahr fahren wir wieder mit.

Willi Walzik

BRC Online-Shop